Forschung

Forschungspreis 1993

Der Ilse-Richter-Tierschutz-Forschungspreis 1993 ging zu gleichen Teilen an Professor Dr. Heinrich P. Koch vom Institut für pharmazeutische Chemie der Universität Wien für seine wissenschaftliche Untersuchung „Der Hefetest: Eine Alternativmethode zur Bestimmung der akuten Toxizität von Arzneistoffen Und Umwelttechniken“ und Privatdozent Dr. Manfred Kietzmann von Institut für Pharmakologie, Toxikologie und Pharmazie der Tierärztlichen Hochschule Hannover für seine wissenschaftliche Untersuchung „Das isolierte perfundierte Rindereuter als Modell der dermalen Resorption.“

 

Mit der von Herrn Professor Koch entwickelten Methode der Bestimmung von akuter Toxizität von Arzneistoffen und Umweltchemikalien wird eine Alternative zum LD50 -Test im Tierversuch manifestiert, die wegen ihrer Einfachheit und ihrer geringen Kosten hervorragende Chancen hat, in großem Umfang in aller Welt anerkannt und eingeführt zu werden. Als Testmaterial verwendet der Preisträger bei seinen Untersuchungen gewöhnliche Bäckerhefe (Bierhefe, Saccharomyces cerevisiae), einen überall leicht und jederzeit zu beschaffenden, einfach zu kultivierenden und nicht pathogenen Mikroorganismus. Das von ihm entwickelte Verfahren ist also eine Prüfung an nicht-schmerzfähiger Materie und ersetzt nicht nur den LD50 -Test an Mäusen, Ratten und anderen Labortieren, sondern ist auch hinsichtlich seiner Aussagekraft äquivalent. Daneben ist das Verfahren dem Tierversuch in seiner praktischen Durchführbarkeit deutlich überlegen.

 

Herr Dr. Kietzmann stellt mit seinem Untersuchungen ein neues In-Vitro-Modell zur Prüfung der dermalen Resorption von topisch zu verabreichenden Arzneimitteln, der Entwicklung transdermaler therapeutischer Systeme und auch der Beurteilung einer möglichen transmerdalen Aufnahme von Umweltschadstoffen vor. Das von ihm bei seinen Forschungen verwandelte isolierte Rindereuter ermöglicht weitgehende Untersuchungen der dermalen Resorption und Metabolisierung. Dabei wurden von ihm in Abhängigkeit von der applizierten Formulierung signifikante Unterschiede der Resorptionsrate bei verschiedenen Chemikalien festgestellt. Die von Herrn Dr. Kietzmann durchgeführten Versuche wurden an Schlachthofmaterial vorgenommen. Dadurch werden Eingriffe am lebenden Tier zur Feststellung der dermalen Resorption und Metabolisierung von topisch zu verabreichenden Arzneimitteln und der möglichen dermalen Aufnahme anderer Chemikalien und Umweltschadstoffen ersetzt.

Preisvergabe: 1989 | 1993 | 1997 | 2000 | 2005

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